Chiropraktik was ist das genau?

Chiropraktik ist eine manuelle Behandlungsmethode ("Chir" und "Praxis" lassen sich wörtlich in "Hand" und "Tätigkeit" übersetzen), die im vorletzten Jahrhundert von D.D. Palmer in Amerika entwickelt wurde. Ziel der Chiropratik ist es Bewegungsstörungen und deren Folgen zu beheben.
In ihrem Zentrum steht die Wirbelsäule.

Neben ihrer Stützfunktion für den Körper und Ansatzort für Muskeln und Bänder übt sie eine wichtige Schutzfunktion für das Rückenmark aus und ist verantwortlich für die Übertragung der Kräfte von Hinterhand auf Vorhand und somit für die Bewegung. Sie garantiert ausserdem für ausreichende Beweglichkeit zwischen den einzelnen Körperabschnitten. 

Eine Störung in ihrer Funktion wirkt sich auf das Nervensystem und somit auf den gesamten Körper aus.

Zwischen den einzelnen Wirbeln treten Nerven und Blutgefässe für die Versorgung der Peripherie (Muskeln, Haut, innere Organe) aus.
Ist die Nervenleitung im Körper gestört, können Signale nicht richtig empfangen, umgesetzt oder ausgeführt werden.
Nicht nur der Bewegungsapparat, sondern auch im vegetativen (unbewussten) Bereich sind Auswirkungen spürbar, da die Nerven neben der Muskulatur auch innere Organe sowie die Haut versorgen.



page2image6032

vereinfachte Darstellung eines Auschnittes der Wirbelsäule.  Der Kopf des Tieres wäre rechts; am rechten Bildrand ist noch die letzte Rippe zu erkennen. 

In violett sind die Nerven eingezeichnet, die aus dem Foramen intervertebrale zwischen den einzelnen Wirbeln austreten und zu den Muskeln und Organen ziehen. Die Spinalnerven treten paarig aus, das heisst für jede Körperseite gesondert. Dargestellt hier für die rechte Seite.

Durch Einengungen im Bereich der Austrittsstelle wird die Funktion der austretenden Nerven beeinträchtigt. Da diese Nerven jeweils Muskulatur, innere  Organe und auch die Haut innervieren, können die Symptome sehr vielfältig sein, abhängig davon, welcher Nerv wie stark und wie lange beeinträchtigt wurde.


Was heisst das nun konkret?

Umgangssprachlich wird oft „vom ausgerenkten Wirbel oder Gelenk“ gesprochen, was irreführend sein kann, denn es ist kein Knochen sichtbar verschoben. (In einem solchen Falle gehört das Tier als Notfall in die Hände der Schulmedizin!).
In der Chiropraktik wird von einer Blockade oder Subluxation gesprochen. 
Das heisst: Das Gelenk weist nicht mehr dieselbe Beweglichkeit auf, es ist blockiert. (Einige Gründe dafür sind separat unter Ursachen aufgelistet.)
Durch die chiropraktische Behandlung der betroffenen Bewegungseinheit - das sogenannte Adjustment - wird versucht, dem Gelenk seine natürliche Beweglichkeit zurückzugeben.
Das Adjustment ist eine sehr schnelle Bewegung mit kurzer Amplitude. Dabei werden die anatomische Grenzen des Gelenkes nicht überschritten, das Gelenk kann keinen Schaden nehmen und auch nicht überdehnt werden. page1image11112
Dies geschieht gezielt an den subluxierten Bewegungseinheiten.
Das Resultat der Behandlung ist abhängig vom Ausmass der Bewegungseinschränkung, der Dauer des Bestehens und der Ursache.
Das heisst bei kurzzeitig bestehenden Problemen kann eine einzige Therapie von Erfolg gekrönt sein, bei länger bestehendem Leiden muss oft mehrmals oder sogar regelmässig behandelt werden.
Falls es nach der chiropraktischen Behandlung zu einer Verdeutlichung eines Problems (bspw. einer Lahmheit) kommt, ist das ein Zeichen für ein unterschwelliges Problem, welches ihr Tier bis anhin durch kompensatorische Blockaden im Griff hatte und nun durch deren Wegfall wieder zum Vorschein kommt. In einem solchen Fall ist ist eine schulmedizinische Abklärung ratsam.

Chiropraktik = bone cracking?

Bilder, wie man sie zu Unterhaltungszwecken im Fernsehen sieht, wo selbsternannte "Einrenker" am Tier ihr "Können" demonstrieren, haben wenig mit der Chiropraktik zu tun, die einem an einer von der IVCA resp. AVCA anerkannten Schule gelehrt wird. Die Chiropraktik ist eine sehr gezielte und behutsame manuelle Therapieform! 
Einen grossen Anteil bei der Untersuchung macht die "motion palpation" aus, bei der jedes einzelne Gelenk der Wirbelsäule, des Beckens und der Gliedmassen auf seine Beweglichkeit geprüft wird. Dies wird  von den Tieren, besonders im hinteren Rückenbereich, als sehr angenehm und entspannend empfunden. Anhand der Ergebnissen aus dieser Untersuchung werden anschliessend die Adjustments (=Lösen der Blockaden) durchgeführt.

Vetchiropraxis  Simone Suter  5634 Merenschwand